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19. Dezember 2012

Der Schatz, erneut im Rhein versenkt.
Offener Brief an die Bürger von Worms und Umgebung, und ihrer Vertreter.

Von Olivier AUBER, Co-Autor des Nibelungenmuseums.


> Verson française

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Worms am Rhein ist weltweit bekannt als Mittelpunkt des « Nibelungenmythos », der einen grossen Teil der deutschen und europäischen Sagenwelt in sich trägt.
Der Mythos beruht auf einem unermesslichen Schatz, um den sich Götter und Menschen auf ewig streiten.

2001 wurde, nach einigen Widerständen, in Worms jenem Mythos ein Museum gewidmet, in der Hoffnung uns mit der Legende und deren Vereinnahmung zu versöhnen, welche von einem unbekannten Autor im 13. Jahrhundert zum ersten Mal niedergeschrieben wurde.

Wenn ich mich nun 10 Jahre nach Eröffnung des Museum zu Wort melde, ist dies um Sie darauf hinzuweisen, dass ein Ereignis erneut die Legende wiederholt : das Herzstück, der « Schatz der Nibelungen » ist verschwunden !

Um dies richtig zu verstehen gilt es zu wissen, dass der Schatz nicht aus Gold oder Siber ist, sondern immateriell und noch viel wertvoller als alles Gold der Welt : es ist unsere gemeinsame Erinnerung und die Fähigkeit sich dadurch weiterzubilden.

Ausserdem ist das Nibelungenmuseum kein wissenschaftliches Museum, sondern eine künstlerische Schöpfung - in seiner Gesamtheit ein Kunstwerk - das sich in die lange Linie der Werke einreiht, welches das Nibelungenthema über die Jahrhunderte schuf.

Es ermöglicht eine neue Sicht auf den Mythos und somit eine Neuinterpretation unserer Welt des 21. Jahrhunderts. Alle Elemente des Schatzes sind Originale : die Musik, die Bilder, die Töne, die Sprache und selbst die Programme (da es sich um Spitzentechnologie handelt) sind speziell hierfür von einem vielköpfigen Team während 4 Jahren Arbeit geschaffen worden.
Ob man mag oder nicht, das Nibelungenmuseum ist also in seiner Gesamtheit ein « Gesamtkunstwerk » in der Tradition von Richard Wagner selbst angefangen. Ausserdem, und das ist nicht erstaunlich, ist das Werk konzipiert, um sich mit dem Voranschreiten der Technik weiter zu entwickeln.

Die gesamte Konzeption ist miteinander verbunden und formt somit eine untrennbare Einheit. 12 Jahre später muss vom Nibelungenmuseum leider in der Vergangenheit geredet werden : es WAR ein Gesamtkunstwerk, es BOT einen neuen Blick, etc.

Nach dem Verschwinden des Schatzes im unterirdischen Schatzraum, sind auch alle Träume und Erinnerungen des Mythos, die damit verbunden waren, verschwunden.
Der Schatz sollte sich in der Zeit weiterentwickeln, aber er wurde entsorgt und durch eine banale interaktive Film-Suchmaschine ersetzt. Wie auch immer die Inhalte der Filme sein mögen, ist sicher, dass alle Komponenten des Nibelungenmuseums, die sich auf den Schatz beziehen, aus dem Zusammenhalt gerissen in der Folge ihren Sinn verlieren.

Wieso musste der Schatz verschwinden ? Ich habe keine Ahnung, die anderen Autoren noch weniger ; wir wurden auch nie offiziell darüber informiert und haben es erst im Nachhinein erfahren. Und zu unserer Überraschung verschwanden wir zusammen mit dem Schatz aus sämtlichen Autorenindexen, selbst auf der offiziellen Webseite des Museums, und dies obwohl doch ein grosser Teil unseres ‘Werkes’ noch existiert.

Womit verdienen wir eine solche Ächtung ? Wir waren doch auf Grund eines öffentlichen Wettbewerbs 1997 zur Erschaffung des Museums ausgewählt worden. Und hatten wir nicht eine sehr gute Chemie zwischen allen Akteuren geschaffen, mit konstruktiven und leidenschaftlichen Diskussionen ? Haben wir das Museum nicht zum versprochenen Zeitpunkt und im angegebenen Kostenrahmen geliefert ? Haben wir nicht ein Museum geschaffen das von der deutschen und internationalen Presse sehr gelobt wurde ? Hat das Museum nicht Jahr für Jahr seine Besucherzahl gesteigert – was auch die Stadt nicht erwartet hatte ? Nichts von alledem !

Dabei geht es mir hierbei nicht darum was das für uns als Autoren heisst, das ist nicht mein Anliegen, ich melde mich nicht zu Wort, um mich zu beklagen. Tragisch aus meiner Sicht ist Ihre Situation : der Bewohner von Worms, der Umgebung und symbolisch aller Deutschen.

Stellen Sie sich doch vor in Bayreuth wird die Ring-Tetralogie nur noch in einer verkürzten und angeblich für Kinder und Ältere vereinfachten Form aufgeführt. Welch Schande wäre dies für Bayreuth ! Nicht wahr ? Dies gilt im selben Masse für Worms bezüglich des Schatzes.

Was tun ? Sollten wir eine Klage gegen die Stadt Worms anstrengen ? Wir würden vermutlich Recht bekommen, aber darum geht es nicht.

Das Nibelungenlied, von einem anonymen Autor niedergeschrieben, das im Museum seine symbolische Heimat gefunden hatte, vereint sowohl alle dunklen Seiten des Menschens (Mord, Verrat, etc.), als auch die hellsten und schönsten Verhaltensweisen.

Das Museum ist / war ebenfalls eine Rehabilitation des Liedes und seiner künstlerischen und politischen Vereinnahmung.

Als Autor halte ich natürlich an der Grundkonzeption fest. Ich beschuldige niemanden und keinesfalls die Stadtverwaltung, die, zum Zeitpunkt der Zerstörung des Schatzes, nicht in der Museumsleitung involviert war.

Unter diesen Umständen ist das Einzige das für mich Sinn macht, an Sie, an die Bewohner von Worms und der Region zu appelieren, den Schatz vielleicht doch noch zu retten. Ist es nur ein Traum zu hoffen, dass einige von Ihnen von der damaligen Installation des Nibelungenschatzes so berührt waren, um sich an dessen Rettung zu beteiligen ?

Dieses Verschwinden kann nicht einfach so hingenommen werden, man sollte diese Entscheidung hinterfragen, sich mobilisieren.

WO IST DER SCHATZ ?
WELCHEN SINN MACHT DAS NIBELUNGENMUSEUM OHNE IHN ?

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Pressemitteilung
http://km2.net/aplush/nibelungenmuseum/Pressemitteilung

Bilder & Töne
http://km2.net/aplush/nibelungenmuseum/Pressemitteilung/sommaire.htm

Die Kontroverse über den Schatz
http://de.wikipedia.org/wiki/Nibelungenmuseum_Worms#Die_Kontroverse_.C3.BCber_den_Schatz

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Presse

http://www.wormser-zeitung.de/lokales/worms/nachrichten-worms/nibelungenmuseum-ohne-schatzkammer-erfinder-olivier-auber-ist-entsetzt_18392867.htm
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